Der flotte Weiße aus der weißen Flotte

guido

Mit dem Opel Monza bei der 7. Klassik Tour Kronberg

Alle Fotos © by OPEL


Über Youngtimer, Oldtimer und historische Automobile verfügt grundsätzlich jeder renommierte Fahrzeughersteller, der gerne auf seine stolze Geschichte zurückblickt. Meist in einer hauseigenen Sammlung. Wie auch bei Opel in Rüsselsheim. Dort feiert man im nächsten Jahr 125 Jahre Automobilproduktion, die mit dem Bau des “Opel Patent-Motorwagen System Lutzmann” 1899 im Stammwerk Rüsselsheim begann.

In der Opel Classic Abteilung hortet, hegt und pflegt man mehr als 500 Fahrzeuge, von denen ca. 100 Stück eine aktuelle Straßenzulassung besitzen und gelegentlich in ihrem natürlichen Umfeld zeigen dürfen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Sehr oft kommen einige diese Schätze bei historischen Veranstaltungen zum Einsatz. Wie in diesem Jahr bei der Klassik Tour Kronberg, die zum 7. Mal von der Klassik Garage Kronberg mit viel Herzblut und Professionalität ausgerichtet wurde und bei der das Opel-Team der weißen Flotte mit Admiral, Kadett Aero und Monza im Einsatz war.



Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sind die Brüder Andreas und Klaus Flettner begeistert Rennen und Rallyes in der ganzen Welt gefahren. Viele tolle Erlebnisse, Siege, Pokale und dadurch gewonnene Freunde und Verbindungen zeugen davon.

Zwei Dinge blieben bei den beiden aber immer hängen und arbeiteten in ihnen: zum einen, dass es in ihrer Heimat keine vergleichbare Veranstaltung gibt, die entsprechend Anerkennung und Exklusivität besitzt. Und zum anderen, dass es entweder um Sportlichkeit oder um die Destination geht. So wurde aus dem Erleben und Bewerten zuerst der Wunsch, dann reifte die Idee und dann kam die Arbeit. Das Ergebnis war und ist die Klassik Tour Kronberg.

Als historische Orientierungspunkte dienten das erste in Deutschland ausgetragene Automobilrennen, das 1904 in Bad Homburg und Oberursel stattfand, sowie das älteste Automobilunternehmen der Welt in Rüsselsheim, Opel. Regionaler Bezug war Kronberg und der Taunus, denn dort wurde die „Klassik Garage“ gegründet, und dort fühlen sich die Initiatoren zu Hause. Qualitativ sollte die Klassik-Tour vonAnfang an ein höheres Niveau als viele ähnliche Veranstaltungen haben. Dies beinhaltet den kulinarischen Aspekt genauso wie das inhaltliche Erlebnis.



2012 war dann Premiere. Die erste Klassik Tour Kronberg startete mit 50 Fahrzeugen, und am Ende der zweitägigen Veranstaltung bestätigten alle Teilnehmer und Partner, dass es die Klassik-Tour Kronberg nachhaltig geben muss. Leider wurde die Veranstaltung von 2020 bis 2022 durch ein kleines Virus und dann durch das schreckliche Unwetter im Ahrtal, wo die Tour entlanggehen sollte, zu drei Jahren des Ausharrens verdonnert. Umso mehr freuen sich alle Beteiligten nun auf den 7. Start der Klassik Tour Kronberg.

Die aktuelle Ausgabe umfaßte drei Tage, an denen es auf Geschick, Pünktlichkeit, Millimeterarbeit und höchste Konzentration aller Beteiligten ankam. Und selbstverständlich auf die Zuverlässigkeit der eingesetzten, primär historischen, automobile Preziosen, die extra für die Veranstaltung auf Hochglanz und in technisch besten Zustand gebracht wurden.

Exakt 24 Wertungsprüfungen mit vielen spannenden Herausforderungen, dementsprechend zahlreiche Zwischenetappen und tolle Lokalitäten für die Zeiten zur Verpflegung und für Pausen, lagen vor den 43 Teilnehmern auf den einmaligen Strecken von Taunus, Westerwald, Rheingau, Spessart und Odenwald. Dazu perfektes Spätsommerwetter. Gentlemen, start your Engines…

Donnerstag, 7. September 2023, 17.30 Uhr. Start der Klassik Tour Kronberg bei der Klassik-Garage zum Prolog “Feldberg-Runde”. Ziel nach 71,28 Kilometern war die Villa Rothschild in Königstein.
Die Startreihenfolge der weißen Flotte berücksichtigte die Baujahre. Opel-PR-Chef Harald Hamprecht und ein Journalistenkollege im Admiral starteten vor Schauspielerin Gesine Cukrowski und Journalist Thomas Flehmer im Kadett Aero. Als dritter im Bunde rollte der Opel Monza mit Opel-Classikchef Leif Rohwedder und Top-Automobile Chefredakteur Guido Strauss über die Startlinie.



Die Wertungsprüfungen einer Oldtimerrallye muß man sich wie folgt vorstellen: In erster Linie geht es um die beste Zeit, allerdings nicht die schnellste, sondern die möglichst genaueste. Es gibt Start und Ziel, dazwischen liegt – bespielsweise wie bei WP 3 – eine Strecke auf öffentlichen Straßen von 13,33 km. Die Vorgabe für diese Entfernung beträgt 8 Minuten und 28 Sekunden. Nach durchqueren der Lichtschranke beim Start muss das Fahrzeug exakt auf die hundertstel Sekunde die Lichtschranke im Ziel passieren. Dieses Zeitfenster ist unter Einhaltung der Verkehrsregeln sehr gut zu meistern. Der Fahrer fährt, der Beifahrer gibt Anweisungen.

Seit dem Start läuft seine Stoppuhr rückwärts runter, entweder klassisch mit Zeitmesser oder über ein Programm auf dem Tablett, das, ganz modern und legal, die Strecke und die verbleibende Zeit zum Ziel anzeigt. Danach richtet der Fahrer sein Tempo. Nähert er sich dem Ziel z.B. eine Minute zu früh, darf er sein Fahrzeug in einem vorgegebenen Bereich anhalten und schließlich, mit dem seiner Meinung nach besten Timing, die letzten Meter zur Lichtschranke rollen oder sprinten. Überfährt er die Ziellinie exakt nach Vorgabe, bekommt er null Punkte gut geschrieben, ist er zu schnell oder zu langsam, gibt es Strafpunkte. Am Ende der Veranstaltung gewinnt das Team mit den wenigsten Strafpunkten. So einfach ist das…



Freitag, 8. September, Start um 9.00 Uhr vor der Villa Rothschild in Königstein zur “Taunus-Rhein-Lahn-Runde” mit insgesamt 247 km bei herrlichen 25 Grad Außentemperatur. Diesmal pilotierte Schauspieler Timur Ülker unter Ansage von Co-Pilot Harald Hamprecht den Opel Admiral. Alle anderen Teams blieben unverändert.

Tag 2 führte das Teilnehmerfeld in erster Linie über Landstraßen, durch den herrlichen Taunus und durch Gegenden, bei denen einem wieder einmal bewußt wurde, wie schön es landschaftlich in Deutschland ist. Und wie begeistert die Veranstaltung entlang der Strecken aufgenommen wurde. Egal, ob beim ersten Kontrollpunkt des Tages in Schmitten, bei dem es sich selbst Bürgermeisterin Julia Krügers nicht nehmen ließ, alle Teilnehmer persönlich zu begrüßen und die Kontrollzettel selbst abzustempeln oder auf der Wertungsprüfung an der Burg Runkel, bei der es vor Zuschauern nur so wimmelte. Und man die Akteure mit leckerer Wildbratwurst verwöhnte.



Ähnliche Szenarien spielten sich an allen Tagen ab, bei Wertungsprüfungen, die oftmals mitten in Ortschaften oder Städten lagen, an Kontrollpunkten und auch bei den Pausen- und Rast- stationen. Zuschauer kamen in den Wartepausen an die Fahrzeuge und erzählten ihre Anekdoten, die sie früher mit den entprechenden Fahrzeugen erlebt hatten, so auch in der Mittagspause auf Hofgut Bergerhof in Dörnberg von wo aus schließlich der Klassiker-Tross über Schloß Nassau, Bremberg, Schönborn, Katzenelnbogen, Reckenroth, Henne-thal, Hünstetten bis zum historischen Marktplatz Idstein weiter zog.

Dort wartete eine extrem kurze und ausgefallene Wertungsprüfung. Das Teilnehmerfahrzeug mußte mit einer Zeitvorgabe von 4 Sekunden über einen Meßschlauch fahren, d.h. der Start wurde beim Überfahren des Schlauches mit den Vorderreifen ausgelöst, das Ziel beim Überfahren mit den Hinterreifen. Dazwischen sollten haargenau 4 Sekunden vergehen. Die Punktevergabe erfolgte in 1/100 Sekunden. 20 Hundertstel zu langsam oder zu schnell ergaben 20 Strafpunkte. Copilot Leif hatte wie bei der ganzen Rallye im Vorfeld akribische Arbeit geleistet: bei dem Radstand des Monza von 2.668 mm ergab sich so eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 2,4 km/h. Soweit die Mathematik, die Praxis sah anders aus. Da dominierte das Fahrgefühl und seine Ansage beim Blick aus dem Fenster auf die Reifen. Alles weitere war Glückssache. Mit der Zwischenplatzierung auf Rang 18 waren wir bis dato auch zufrieden.



Der Finaltag am 9. September war die “Marburg-Biedenkopf-Runde” mit Start in Kronberg. 250 Gesamtkilometer gab es zu bewältigen, bis hoch nach Marburg. Dort wurden alle von der Polizei in Empfang genommen. Dein Freund und Helfer beherbergt hier im 1. Deutschen Polizeioldtimer Museum in 5 Gebäuden auf 23.000 qm über 100 Polizeioldtimer. Kein Wunder, dass es sich die Herren in klassischem Grün nicht nehmen ließen, diese Wertungsprüfung Nr. 20 tatkräftig zu unterstützen. Übrigens: am 14. April 2024 beginnt wieder die Museumssaison, ein Besuch lohnt sich für die ganze Familie.

Die letzte Hälfte der Strecke hatte noch einiges an Überraschungen und versteckten Kontrollpunkten vorzuweisen. Auf WP 21 in Rodheim-Bieber mußte man zwei 40 m-Abschnitte hintereinander abfahren, dazwischen lagen 0,5 m Abstand. Abschnitt A sollte in 11 Sekunden, Abschnitt B in 10 Sekunden bewältigt werden. Wieder eine echt diffizile Aufgabe, zumal die Ergebnisse erst einige Zeit später bekanntgegeben wurden. Man konnte nur schätzen, auf welchem Platz man aktuell lag.



Etwa eine Stunde nach dem Zieleinlauf in Oberusel stand fest, der Monza belegte als bester der weißen Flotte Rang 15, knapp gefolgt vom Admiral auf Rang 17. Im letzte Drittel fand sich der Kadett Aero wieder. Dafür, dass es die allererste Teilnahme bei so einer Veranstaltung war, konnte sich das Monza-Team auf die Schultern klopfen. Ohne die hervorragende Vorbereitung der Opel Classic-Abteilung und Co-Pilot Leif Rohwedder wäre solch eine Platzierung für einen Rookie sicher nicht realisierbar gewesen. An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an die weiße Flotte.


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