Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid

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Der kann mehr als nur Straße…

Der Hyundai Tucson Plug-in Hybrid steht nicht nur für eine technische Evolution, sondern zeigt sich auch optisch selbstbewusst und emotional ansprechend. Man spürt das durch- dachte Zusammenspiel von kraftvollen Linien und technisch inspirierter Formensprache. Nicht nur auf Asphalt, auch abseits präsentiert sich das SUV sicher, souverän und sogar Off-Road-fähig.

Ein wenig futuristisch kommt er schon daher, der Hyundai Tucson PHEV. Dabei überzeugt er sofort mit Hyundai’s „Sensuous Sportiness“-Design – die parametrische Kühlerfront, schlanke Matrix- LED-Scheinwerfer und optionales Panorama­glas­schiebedach strahlen Selbstbewusstsein aus. Innen empfängt dich ein kurvig angelegtes Cockpit mit zwei 12,3″ Panorama-Displays, mit Touch und analogen Bedienelementen – elegant, intuitiv und in dieser SUV-Klasse sicher einzigartig. Materialqualität und Verarbeitungsdetails vermitteln Solidität, etwa das Lenkrad mit roter Naht im N-Line oder das optionale KRELL-Soundsystem.
Besonders markant sind dabei die parametrischen Juwelen-Details in Front- und Heckpartie: Im Kühlergrill ziehen sich „versteckte“ LED-Tagfahrlichter in komplexen geometrischen Mustern entlang, die im Ruhezustand wie dunkle Juwelen erscheinen und bei eingeschaltetem Licht, dank modernster Halbspiegeltechnik, wie magisch hervortreten.

Im Innenraum setzt sich der positiv, aber wenig überraschende Eindruck fort. Von Hyundai ist man inzwischen hohe Qualität gewohnt. Beim Öffnen der Tür betritt man ein modern aufgeräumtes Interieur mit hochwertigen Materialien: Weichpolsterungen, elegante metallische Applikationen und sichtbare Nähte schaffen eine wertige Atmosphäre, die solide, einach schön und aufgeräumt wirkt.
Mit 558 l Ladevolumen im Kofferraum (bis 1.721 l mit umgeklappter Rückbank) spielt der Tucson im Alltag ganz vorne mit. Auf Kurzstrecken kann man dank ca. 65 km elektrischer Reichweite oft rein emissionslos pendeln – praktisch und klimafreundlich. Mit optionalem Allrad wird er zum wahren Allrounder bei jedem Wetter und auf so gut wie jedem Straßenuntergrund. Das bewies er in unserem Test eindrucksvoll. Gerade auf schlammigem Untergrund zeigte der Tucson, dass er mit Unterstützung zahlreicher elektronischer Helferlein regelrecht durch dick und dünn mit seiner Besatzung geht.

Der Tucson PHEV macht Spaß: kraftvoller Punch durch E‑Motor, zügige 8 Sekunden auf 100 km/h, jederzeit ein souveränes Fahrgefühl. Dabei fährt er sich ausgewogen und komfortabel – sportlich, aber keineswegs ruppig. Die Lenkung wirkt manchmal etwas synthetisch, dies ist allerdings Gewöhnungssache.
Trotz des stattlichen Gewichts von rund 1,5 Tonnen braust der Tucson an, ohne dass sich die beiden Antriebsquellen je störend abhebeln. Im Zusammenspiel von 160-PS-Benziner (1.6 T-GDI) und 72-kW-E-Motor (gespeist von einer Lithium-Polymer-Batterie mit 13,8 kWh Kapazität) ergeben sich 185 kW/252 PS Systemleistung mit einem Drehmoment von 367 Nm. Das ist für den Tucson durchaus ordentlich, mit einer 0-100 km/h-Zeit von etwa 8,1 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h schwimmt er im Alltagsverkehr hervorragend mit.

Auch hier zeigt sich wieder, wie weit man bei Hyundai in der Motorenentwicklung ist, gerade was elektrounterstützte oder rein elektrische Antriebe betrifft. Denn im Alltag fühlt sich das Gesamtpaket dynamisch und entspannt an: Bereits im E-Antrieb spürt man direkt viel Kraft beim Losfahren. Auf beschleunigten Autobahnüberholmanövern in Teilstromer-Betrieb bleibt die Beschleunigung bis etwa 140 km/h spürbar, darüber setzt dann die Leistungsgrenze ein und der kleine Benziner muss logischerweise mehr Last ziehen.
Beim Verbrauch kommt man auf erfreulich gute Werte. Laut WLTP, und auch annähernd ähnlich im Test, liegt der Verbrauch kombiniert bei 1,3 l Benzin und 18,7 kWh Strom auf 100 km. Sind die Akkus erschöpft, stehen etwa 6,9 Liter zu Buche. Für solch ein leistungsstarkes SUV ist das ein ganz passabler Wert.
Mit seiner 1-phasigen AC-Ladefunktion kommt der Tucson PHEV auf eine Ladeleistung von 2,3-7,2 kW und auf Ladezeiten für 100% von 390 min. (Beispielsweise AC Schuko 2,3 kW) oder 102 min. an der Wallbox/Ladesäule mit 7,2 kW. Allerdings rekuperiert er auch während der Fahrt oder lädt im Sport-Modus die Akkus wieder auf.

Hyundai hat den Tucson zum Facelift mit einer Armada moderner Technologien aufgewertet. Schon das Infotainment bietet alles, was man sich wünschen kann: Die üppigen 12,3-Zoll-Displays sind volldigital und in hoher Auflösung ausgeführt. Sie integrieren Navigation und Smartphone-Integration (Apple CarPlay/Android Auto) ebenso wie Fahrzeugdaten. In der „Select“-Ausstattung ist das Navigationssystem serienmäßig mit Hyundai Bluelink und Over-the-Air-Updates verknüpft.
Letzteres bedeutet, dass Navigation, Betriebssystem und Bordfunktionen sogar ohne Werkstattbesuch aktuell gehalten werden können, ein Zeichen für technische Zukunftsfähigkeit. Das System lässt sich intuitiv über Touchscreen steuern; klassische Bedienelemente gibt es nur noch für wenige Schnellzugriffe. Akustisch genießt man im Topmodell mit 19-Zoll-Felgen einen echten Klanggenuss: Das Krell-Soundsystem mit seinen hochwertigen Lautsprechern und satten Bässen bringt Musik perfekt an die Insassenohren.
Von der Basis her schon vervorragend ausgestattet, beginnen die Preise für den Tucson als Select mit Frontantrieb, 6-Gang-Schalter und 160 PS bei 35.740 € und enden bei den Varianten N-Line oder Prime und dem hier getesteten Antrieb incl. 6-Gang-Automatik bei 54.050 €. Das empfehlenswerte Panorama-Glas-Schiebedach kostet 1.200 €.

Bericht: Guido Strauß/Fotos: Tom Bretfeld

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